Saturday, 18 June 2011

Betreff: RE: RE: RE: RE: Geklaut

Linda Gruber

Samstag, 28. November um 3:21 Uhr


Betreff: RE: RE: RE: RE: Geklaut


Einschub während ich auf deine Antwort auf meine vorangegangenen Nachrichten warte, wobei ich letztere der beiden nun eigentlich lieber ausklammern würde:
ER wusste, wer Werther ist, aber er hielt es für unbedingt notwendig, mich darüber aufzuklären, dass er – der ja nicht zur breiten ungebildeten Masse gehört, so wie die Hausfrau von Nebenan (O-Ton Tobi) – es nicht für ein Karamell hält! Das, das ist noch viel schlimmer. Autsch.

Gute Nacht.


PS: Wenn der Plural von Lugana tatsächlich Luganae hieße, wie hieße dann wohl der Superlativ, wenn Lugana ein Adjektiv wäre, denn der Superlativ von Lugana im Plural sorgt gerade dafür, dass sich mein Kopf dreht und dreht und dreht... Immer hübsch rundherum.

PPS: Wenn ich wüsste, was Elektrolyte sind, die ja gegen den Kater helfen sollen, dann würde ich diese jetzt gleichermaßen in der superlativischen Mehrzahl zu mir nehmen. So gehe ich jetzt einfach nur schlafen und kann den Kater schon riechen. Zehn Meilen gegen den Wind.

PPS: Ich hoffe, Sophie verträgt Alkohol und dein trunkenes Alter Ego.

Ende Einschub.


Ach, und ja, er – Tobi - sieht gut aus. Wenn da nur nicht...

Betreff: RE: RE: RE: Geklaut

Ludwig Hahn

Freitag, 27. November um 22:49 Uhr


Betreff: RE: RE: RE: Geklaut


Aber, aber Mademoiselle. Wer wird denn gleich seine Contenance verlieren und unflätig werden?

Ich habe noch niemals nicht geantwortet, ich habe noch niemals nicht reagiert auf Dich! Und so antworte ich auch dieses Mal und werde es immer tun, denn du weißt sehr gut, wie ungemein höflich ich bin. Nur ein wenig Zeit geben musst du mir mitunter.

Und da ich jetzt ausgehen werde, um mich sinnlos und besinnungslos zu betrinken, wirst du noch ein klein wenig länger warten müssen auf deine Antwort.


PS: Viel Spaß mit Tobi, dem Geistlosen, an diesem Freitag Abend.

PPS: Ich hoffe, dein Sozialexperiment verfügt wenigstens über optisch schlagende Argumente, wenn er geistig schon so einfältig ist.


Ich empfehle mich dir und dem Werther. Und bitte fange nicht an zu rauchen. Das steht dir nicht.



Betreff: PS: RE: RE: Geklaut

Linda Gruber

Donnerstag, 26. November um 23:54 Uhr


Betreff: PS: RE: RE: Geklaut


Das war mir klar, dass du dich nach dieser meiner letzten Nachricht wieder zurückziehst in dein Silentium. Jetzt, da es hinaus ging über das zwanglose, scherzhafte Geplänkel. Jetzt, da du Stellung hättest beziehen müssen. Feigling.

Ach, und bitte nimm doch zur Kenntnis, dass ich jetzt gleich eine Zigarette rauchen werde obwohl ich ja eigentlich nicht rauche. Tobi hat die seinen hier liegen lassen.


Betreff: RE: RE: Geklaut

Linda Gruber

Donnerstag, 26. November um 16:12 Uhr

Betreff: RE: RE: Geklaut

Also ich weiß nicht, lieber Ludwig, ob du das als Kompliment verstehen darfst? Wenn du von der Tatsache absiehst, dass du im Ganzen eine Mangelware bist, mit ein bis zwei spontanen Vorzügen, die eingebettet in die Mankos aber kaum ins Gewicht fallen, dann ja, dann darfst du es als Kompliment verstehen, dass du die deutsche Rechtschreibung beherrscht und dass ich mit dir über vieles, so vieles, sprechen kann, dass du mich verstehst. Und dass du weißt, dass der junge Werther kein Lutschbonbon ist.

Der männliche Mensch, von dem ich spreche, heißt Tobi. Louisa und Sarah – ich bin mir sicher, sie würden mich lynchen, wenn sie wüssten, dass ich dir gerade schreibe - sind partout der Meinung, ich sei zu vergeistigt. Ich solle mich ein wenig locker machen. Und da ich gut gemeinten Ratschlägen grundsätzlich nichts entgegen zu setzen habe, setzte ich mich jetzt mit einem männlichen Menschen auseinander, der so gar nicht vergeistigt ist. Ich habe ihn vor vier Wochen an einer Bar gefunden und beschlossen, ihn ein wenig zu behalten, um mich zu entgeistigen. Ich nenne das ein soziales Experiment. Quasi eine Operation ohne Narkose, obwohl mir ein wenig Bewusstlosigkeit in Tobis Gesellschaft hin und wieder gut täte.

Sophie ist also ein weiblicher Mensch. Dein Lindazitierzwang nimmt überhand, mein Lieber. Du imitierst mich verbal. Jeder Hobbypsychologe weiß, dass das ein gutes Zeichen ist. Gut, dass ich weder an Zeichen noch an Psychologen glaube. Die Verbindung Ludwig&Linda ist so rabenschwarz, da braucht es keine Zeichen mehr, da steht der Teufel in allen Häusern.

Aber zurück zu Sophie: Hätte ich mir nicht bereits anhand des Namens erschlossen, dass Sophie ein Mädchen ist, dann hätte sie am Ende ihr Facebook Profilbild verraten. Ziemlich weiblich, sehr weiblich – sind die echt? Und wenn du einen Lindazitierzwang hast, dann hat Sophie einen Ludwigsstatuszeilenkommentierzwang. Und glaube nur nicht, dass ich nicht Besseres zu tun habe als auf Facebook deine Gemütszustände samt Kommentaren zu verfolgen. Aber das, DAS, IHRE Ludwig-OBSESSION, kann man nicht übersehen!

PS: Dein Abgang vor 5 Monaten war nebenbei bemerkt schwach. Sehr schwach. Und jetzt höre ich auf, sonst werde ich wieder so wütend, dass ich nie wieder – NIE WIEDER – etwas mit dir zu tun haben möchte. Du Sch*kerl. Mit Verlaub.

PPS: Ohne Verlaub und ohne Sternchen-Platzhalter. Einfach nur, du Scheißkerl, du Scheißkerl!

Betreff: RE: Geklaut

Ludwig Hahn

Donnerstag, 26. November um 10:56 Uhr

Betreff: RE: Geklaut

Du hast Recht. Auf einmal war er da, der Satz. Aus heiterem beziehungsweise angeheitertem Himmel. Mit dir habe ich ihn in der Tat nicht in Verbindung gebracht, verzeih. Zu meiner Verteidigung möchte ich jedoch anbringen, dass auch ich mich unter Einfluss von Alkoholika befand als ich die Worte hineingehackt habe in die Statuszeile, die zu diesem Zeitpunkt etwas schwankte; vielleicht war es aber auch ich, der aus dem Gleichgewicht geraten war. Im Nachgang kann ich diesen Sachverhalt schwer rekonstruieren.

Wenn ich der Rechnung vom „Wirtshaus“ in meiner Jackettasche Glauben schenken darf, dann war ich am Konsum von 10 Bieren, 8 Klaren und einer Cola mindestens zu 50 Prozent beteiligt. (Nur die Cola geht nicht auf meine Kappe, da bin ich mir relativ sicher.) Da möge Madame mir verzeihen, dass ich ihr so mir nichts dir nichts einen alten Status gestohlen habe. Dreist und unverzeihlich. Man könnte aber es aber auch als unterbewussten Lindazitierzwang auslegen und somit also irgendwie als Kompliment.

Zu deinen Postscripta:

Sophie ist ein weiblicher Mensch.

München: Ich arbeite hier. Linda, was sonst sollte ich hier tun? Wenn ich gänzlich frei auf der Weltkarte hätte herumrutschen dürfen, dann wäre ich lieber ein ganzes Stückchen weiter nach links gerutscht. Dorthin, wo Mangos nicht Flugmangos heißen müssen, wenn sie schmecken sollen. Und dorthin, wo Karneval nichts mit Pappnasen zu tun hat.

PS: Wer ist der männliche Mensch, dem es an gewissen Vorzügen mangelt?

PPS: Von welchen mutmaßlichen Vorzügen sprechen wir? Bevor ich mich für ein mutmaßliches Kompliment bedanke, sollten wir diese Frage klären.

Betreff: Geklaut

Linda Gruber

Mittwoch, 25. November um 23:22 Uhr

Betreff: Geklaut

Hätte mich noch gestern – na, gut vor etwa vier Wochen – irgendjemand gefragt, ob ich jemals wieder etwas mit dir zu tun haben wollte, dann hätte ich im Brustton der Überzeugung ein lautes NEIN, NIEMALS aus mir herausgeschmettert. Und vermutlich hätte ich dabei so wild mit meinem Kopf geschüttelt, dass mir schwindelig geworden wäre. Und ich hätte mir und dem Schwindel geglaubt.

Aber da konnte ich ja auch noch nicht ahnen, dass mir gewisse deiner bis dahin verdrängten Vorzüge im Angesicht eines männlichen Menschen, der über einen akuten Mangel an just diesen Vorzügen verfügt, massiv und schmerzlich fehlen!

Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, das zuzugeben – so freiheraus und unumwunden. Eigentlich wollte ich alternativ einfach nur fix behaupten, dass deine Facebook Statuszeile geklaut ist – ganz nonchalant und ungeniert als hätten wir uns nicht eine ganze Ewigkeit, einen ganzen Sommer und einen halben Herbst lang angeschwiegen.

„Ludwig Hahn schläft nur mit einem Auge in seinem künstlichen Universum“. Ludwig, dieser Satz gehört mir, das sind meine ureigenen Worte, geschaffen in meinem ureigenen Kopf!

Was fällt dir ein, mir diesen Ex-Status zu stehlen? Bist du gestern Nacht aufgewacht um 2.34 Uhr mit diesen Worten auf den Lippen? Und da hast du gedacht: Ach, was für ein feiner Satz, den verwende ich sogleich, um ihn der Facebook Gemeinde um die Ohren zu hauen?

Hast du tatsächlich vergessen, dass das irgendwann in „unserem klitzekleinen Zeitfenster“ einmal mein Status war, mein Empfinden? Die Möglichkeit, dass du mich mit diesem Gemütsklau provozieren willst, schließe ich aus. Deine Ignoranz der letzten fünf Monate lässt sich auch mit größter Fantasie nicht fehldeuten oder schönreden – obgleich ich natürlich eine große Schönrednerin bin, wie wir wissen. Ignoranz ist ein glasklares, eindeutiges Signal, das keinen, überhaupt gar keinen Interprätationsspielraum zulässt, das habe ich empirisch untersucht.

Und überhaupt, höre ich jetzt auf. Vielleicht lösche ich diese Nachricht auch schnell bevor ich sie wirklich abschicke und ich mich morgen schämen muss.

Ah, ganz genau weiß ich, wie es sich anfühlen würde. Die Augen würde ich aufschlagen am Morgen, wenn mein Wecker um 7.30 Uhr klingelt, und sowohl der Kopf als auch die außerordentlich aufgedunsenen Augenlider würden mir verraten, dass die Flasche Wein, die neben meinem Bett steht, am frühen Vorabend noch voll war. Da ich diese ganz eindeutig alleine geleert hätte, würde auch der Kater mir ganz alleine gehören. Circa 15 Sekunden nach dem Aufwachen würde mir dann inmitten des streckenden und reckenden Katers siedendheiß einfallen, dass ich mit der ersten Hälfte des Luganas (oder lautet der Genitiv von Lugana Luganae?) meinen Drang herunter gespült habe, dir zu schreiben und dass die zweite Hälfte der Flasche dazu gedient hat, Verträge mit dem eigenen Ich zu lockern und Hemmungen baden gehen zu lassen. Und dann würde ich flugs aufstehen und meine gesendeten Facebook Objekte überprüfen, um feststellen, dass es wahr ist. Und dann würde ich die Nachricht mit einem Augen lesen während ich das andere zukneife und dazu ein wenig wimmern, und dann würde ich mich schämen. Den ganzen Tag lang. In Wellen. Und fluchen.

Aber das ist mir gerade recht einerlei, meine Hemmungen schwimmen gerade im Weißwein herum und denken gar nicht daran, ihren Pflichten nachzukommen. Und deshalb klicke ich jetzt auf Senden.

PS: Wer ist Sophie? Facebook Sophie! Facebook Sophie, die Facebook Ludwig zu Tode kommentiert.

PPS: Wieso München? München! Was machst du in München? Da hättest du gleich ein wenig weiter herunterrutschen können auf der Landkarte, um dich in Italien niederzulassen? Idiot.